Eine weitere Euroregion überlegt die Umwandlung in einen EVTZ

Nach den Presseberichten (Wochenblatt) steuert nun auch die Europaregion Donau-Moldau in Rcihtung Umwandlung in den EVTZ. 

Sollte dies erfolgreich sein, wird - aus unserer Sicht - ein klares Zeichen für die neue Ebene der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sein. Die bisherige Strukturen von Euroregionen, die vornehmlich als Vereine nach nationalem Recht konzipiert werden, erweisen sich langsam als obsolet. Die Regione versuchen nun, nach der jahrelangen Vertrauensarbeit, ihre Strukturen stabiler gestalten und in Richtung gemeinsame Rechtssubjekte zu gehen. 

Unterzeichnung von Gründungsdokumenten für den EVTZ "Eucor – The European Campus"

Am 9.12.2015 haben die Rektoren von den Universitäten Freiburg, Haute-Alsace, Strassburg und Basel sowie dem Karlsruher Institut für Technologie die Übereinkunft und die Satzung für den EVTZ "Eucor - The European Campus" unterzeichnet.

Der EVTZ versteht sich als eine gemeinsame Plattform für grenzüberschreitende Forschung und Lehre und bauf auf der bisherigen jahrelangen Zusammenarbeit von oberrheinischen Hochschulen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz.  Es handelt sich daher um einen interuniversitären Verbund mit Beteiligung von Einrichtungen aus dem Drittstaat. Der Sitz des EVTZ soll in Freiburg sein.

Die offizielle Gründung des EVTZ soll Ende Januar vollzogen werden.

Mehr dazu im Pressebericht.

EVTZ-Workshop Mannheim

Am 1.12.2015 fand in Mannheim ein EVTZ-Workshop zum Thema "EVTZ mit deutscher Beteiligung – Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze" statt. Dieses Treffen wurde durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung veranstaltet. Der Tagungsort - Mannheim - war nicht zufällig, da dort der erste EVTZ mit Sitz in Deutschland - Interregional Alliance for Rhine-Alpine Corridor EGTC - hat.

Im Rahmen des Workshops wurden die Erfahrungen ebereits etablierter und der neu gegründeter sowie im Gründungsprozess befindlicher EVTZ diskutiert.

Der Workshop wurde von Dr. Sabine Zillmer und Christian Lüer von spatial foresight moderiert.

Änderung des polnischen EVTZ-Gesetzes beschlossen

Am 11.9.2015 hat das polnische Parlament das Änderungsgesetz zum EVTZ-Gesetz von 2008 beschlossen. Die Novellierung tritt am 2.12.2015 in Kraft. Der Text des Änderungsgesetzes ist auf den Seiten des polnischen Gesetzblattes in verbindlicher Fassung abrufbar.

EVTZ-Kompetenzzentrum besucht und begleitet EVTZs in Europa

Im Rahmen der Forschungsarbeit im Projekt „Entgrenzung von Grenzregionen – Der Europäische Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) als Instrument der territorialen Kooperation von Kommunen in Europa“ besuchte das EVTZ-Kompetenzzentrum in den Monaten Februar bis April 2015 bisher vier EVTZ, die territoriale Gebietskörperschaften in insgesamt sechs EU-Länder umfassen (Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, Spanien, Portugal). In diesem Rahmen wurden wissenschaftliche Interviews, Hintergrundgespräche und wissenschaftliche Begleitung über einen kurzen Zeitraum der EVTZ  (Shadowing) geführt. Ziel war es nicht nur einen ersten Überblick über EVTZ in der Praxis zu bekommen, sondern auch die institutionelle Ausgestaltung der EVTZ  acht Jahre nach der Einführung der EVTZ-Verordnung ins Unionrecht – zu verfolgen. Dabei sind weiterhin bestehende Probleme und die personell-administrative Ausgestaltung, sowie die Motive für eine Implementierung dieses Instruments von besonderem Interesse gewesen. Weitere rechts- und politikwissenschaftliche Fragen spielten dabei eine wichtige Rolle.

Am Februar 2015 besuchte das EVTZ-Kompetenzzentrum den AECT (EVTZ) Galicia – Norte de Portugal. Dabei wurden beide Seiten des grenzüberschreitenden Verbundes befragt. Am 26.Februar 2015 fand somit erstmal ein Interview mit Gizela Ferreira vom portugiesieschen EVTZ-Mitglied.

„Comissão de Coordenação e Desenvolvimento Regional do Norte“ (Raumplanungskommission für den Norden Portugals) in Porto, Portugal statt. Am selben Tag besuchte das EVTZ-Kompetenzzentrum den Sitz des AECT (EVTZ) Galicia – Norte de Portugal in Vigo, Spanien. Dort wurde die Arbeitsweise des EVTZ beleuchtet und begleitet. Im Anschluß wurde ein Interview mit Xose Lago, Generalsekretär des EVTZ und Vertreter des spanischen Mitglieds „Xunta de Galicia“ (Regierung der spanischen Autonomen Region Galizien) geführt (siehe Foto Xose Lago mit Peter Ulrich, EVTZ-Kompetenzzentrum). Herr Xose Lago hat maßgeblich bei der Ausarbeitung des EVTZ beigetragen und kennt als Jurist die rechtlichen Begebenheiten bei der Umsetzung dieses Instruments. Somit konnte er einen tiefen Einblick in die Implementierung, Arbeitsweise und rechtlichen Rahmenbedingungen in der Region geben.

Am 23.März besuchte das EVTZ-Kompetenzzentrum den EVTZ Eurodistrict Strasbourg Ortenau. In Strasbourg wurde ein Interview mit dem Vertreter der französischen Seite geführt. Jean-Baptiste Schiber (Foto Herr Schiber mit Peter Ulrich, EVTZ-Kompetenzzentrum), Mitarbeiter der Stadt Strasbourg war ebenfalls wie Herr Xose Lago in Galizien, Spanien maßgeblich bei der Ausarbeitung des EVTZ in seiner Region beteiligt und konnte aus seiner täglichen Erfahrung und dem Prozess der Implementierung des grenzüberschreitenden Rechtssubjekts berichten. Ende März fand zudem ein Besuch des EVTZ Eurodistrict Saarmoselle statt. Dabei wurde der EVTZ bei seiner Arbeit begleitet und es fand ein Gespräch mit der Geschäftsführerin des EVTZ Isabelle Prianon statt. Frau Prianon war zu diesem Zeitpunkt erst frisch in das Amt der Geschäftsführerin gerückt, konnte aufgrund ihrer regionalen Verwurzelung und langjährige regionale Projektarbeit einen tiefen Einblick in die regional-kulturellen Belange und institutionelle Ausrichtung des EVTZ Eurodistricts geben. 

Ein weiterer EVTZ aus der österreichisch-italienischen Grenzregion wurde am 24.4.2015 besucht. Das Gespräch fand mit Herrn Mag. Matthias Fink, dem Generalsekretär des EVTZ Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino statt. Als einer der meisterforschten und institutionell am weitesten aufgebauten EVTZ stellt die Europaregion mit ihrer neuen rechtlichen Ausrichtung ein interessantes Forschungssubjekt auch in Hinblick auf minderheitspolitischen Aspekten.

Die erhobenen Gesprächsdaten werden vom EVTZ-Kompetenzzentrum im politikwissenschaftlichen Teil komplementär zur rechtswissenschaftlichen Analyse für Studien, Artikel und weitere Forschungspublikationen verwendet. Weitere EVTZ-Untersuchungen vor Ort und über Telefongesprächen werden in diesem Jahr vorbereitet und durchgeführt.

 

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