Willkommen bei der Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“

Zurück

Neue Leiterin der Forschungsgruppe

Seit April 2018 ist Frau Dr. Carolin Leutloff-Grandits die neue Leiterin der Forschungsgruppe "Border & Boundary Studies" und die Wissenschaftliche Koordinatorin „Grenzforschung“ am Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION.

Dr. Carolin Leutloff-Grandits ist Sozialanthropologin und durch die Herausgabe des Bandes „Migrating Borders and Moving Times. Temporality and the crossing of borders in Europe“ (Manchester University Press 2017, zusammen mit Hastings Donnan und Madeleine Hurd) in der Grenzforschung ausgewiesen. Ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Grenzen konzentriert sich auf den Zusammenhang von (neuen) staatspolitischen Grenzen und sozialen und kulturellen In- und Exklusionsmechanismen im Kontext von Flucht und Migration im post-jugoslawischen Raum, wie auch auf transnationale familiäre Fürsorgebeziehungen zwischen Kosovo, Österreich und Deutschland. Aktuell interessiert sie sich für rechtliche und soziale Grenzziehungen gegenüber Geflüchteten in Deutschland und die Dimension der Zeit. Frau Leutloff-Grandits wurde 2005 an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale promoviert und war seither als Forscherin an der Universität Graz wie auch als Lehrbeauftragte an der Universität Wien tätig und Stipendiatin des Imre Kertész Kollegs in Jena.

Frau Dr. Leutloff-Grandits übernimmt die Nachfolge von Dr. Hannes Krämer, der auf die Professur für Kommunikation in Institutionen und Organisationen an der Universität Duisburg-Essen berufen wurde. 

Grenzen sind aufgrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen wieder in den wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Fokus gerückt. Dabei haben nicht nur räumliche Grenzen, wie sie etwa zwischen Staaten, Regionen oder auch Stadtteilen gezogen werden eine große Bedeutung. Ebenso werden auch soziale und kulturelle Trennungen durch gegenwärtige Entwicklungen auf den Prüfstand gestellt.

Die Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“ nimmt diese vielfältige Präsenz von Grenzen zum Ausgangspunkt und fragt nach der Beschaffenheit und Relationalität gegenwärtiger Demarkationen in verschiedenen sozialen Feldern. Die klassische Differenz zwischen Studien zu Raumgrenzen (border(land) studies) und sozialen Grenzen (boundary studies) überwindend, thematisiert die Forschungsgruppe Grenzen als hochkomplexe Gegenstände und zwar sowohl in ihrer theoretischen Konzeption als auch in der empirischen Ausgestaltung. Grenzen werden als multidimensionale, dynamische und relationale Gebilde verstanden, die über Praktiken der Grenzziehungen hervorgebracht, stabilisiert und unterlaufen werden.

Um dieser Komplexität von Grenzen näher zu kommen, werden in der Arbeit der Forschungsgruppe Grenzinfrastrukturen als Analysefokus zentral gesetzt. Infrastrukturen können als Substrat angesehen werden, als gleichermaßen „harte“ (Straßen, Grenzzäune, Pipelines etc.) wie auch „weiche“ (Menschen, Dienstleistungen, Kategoriensysteme etc.) Grundlagen der Verbindung und Trennung, die als physische wie symbolische Gelingensbedingungen kollektive soziale Prozesse und übersituative Strukturierungs- bzw. Relationierungsleistungen ermöglichen. Ausgehend von der aktuellen geistes- und sozialwissenschaftlichen Infrastrukturforschung können somit nicht nur einzelne Grenzobjekte und konkordante Grenzpraktiken in den Blick genommen, sondern auch die meist unbewussten, übersituativen, häufig unsichtbaren und standardisierten Relationen von Grenzarbeitsprozessen analysiert werden.

Im Rahmen des Projektes dient das Konzept der Infrastruktur als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung in drei unterscheidbaren, sich gleichermaßen überlagernden Forschungslinien: 1) Komplexität von Grenzen, 2) Infrastrukturen der Grenze, 3) Umstrittenheit der Grenze