Willkommen bei der Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“

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Themenheft "Komplexe Grenzen" erschienen - Einladung zur Herausgabefeier!

Das Themenheft „Komplexe Grenzen“ ist just im Journal Berliner Debatte Initial (1/2018) erschienen. Der Themenschwerpunkt geht zurück auf die Konferenz "Komplexe Grenzen: Dimensionen, Dynamiken, Technologien", die im November 2016 an der Europa-Universität Viadrina von der AG Grenztheorien organisiert wurde. Herausgegeben wird das Heft von Dominik Gerst, Maria Klessmann, Hannes Krämer, Mitja Sienknecht und Peter Ulrich.
 
Zur feierlichen Herausgabe der Publikation laden die Herausgebenden an einen Ort mit geschichtsträchtigem Grenzbezug ein: die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, Berlin. Gäste der öffentlichen Veranstaltung erwartet eine kurze Vorstellung der Publikation durch die Herausgebenden, zwei Kurzvorträge beteiligter Autor*innen, ein Empfang sowie ein kurzer Rundgang durch das Dokumentationszentrum der Gedenkstätte. 
 
Wann: 17.05.2018, 16-18 Uhr
Wo: Besucherzentrum „Berliner Mauer“ (Seminarraum 2), Bernauer Straße 119, 13355 Berlin
 
Herzliche Einladung an alle Interessierten!

Grenzen sind aufgrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen wieder in den wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Fokus gerückt. Dabei haben nicht nur räumliche Grenzen, wie sie etwa zwischen Staaten, Regionen oder auch Stadtteilen gezogen werden eine große Bedeutung. Ebenso werden auch soziale und kulturelle Trennungen durch gegenwärtige Entwicklungen auf den Prüfstand gestellt.

Die Forschungsgruppe „Border & Boundary Studies“ nimmt diese vielfältige Präsenz von Grenzen zum Ausgangspunkt und fragt nach der Beschaffenheit und Relationalität gegenwärtiger Demarkationen in verschiedenen sozialen Feldern. Die klassische Differenz zwischen Studien zu Raumgrenzen (border(land) studies) und sozialen Grenzen (boundary studies) überwindend, thematisiert die Forschungsgruppe Grenzen als hochkomplexe Gegenstände und zwar sowohl in ihrer theoretischen Konzeption als auch in der empirischen Ausgestaltung. Grenzen werden als multidimensionale, dynamische und relationale Gebilde verstanden, die über Praktiken der Grenzziehungen hervorgebracht, stabilisiert und unterlaufen werden.

Um dieser Komplexität von Grenzen näher zu kommen, werden in der Arbeit der Forschungsgruppe Grenzinfrastrukturen als Analysefokus zentral gesetzt. Infrastrukturen können als Substrat angesehen werden, als gleichermaßen „harte“ (Straßen, Grenzzäune, Pipelines etc.) wie auch „weiche“ (Menschen, Dienstleistungen, Kategoriensysteme etc.) Grundlagen der Verbindung und Trennung, die als physische wie symbolische Gelingensbedingungen kollektive soziale Prozesse und übersituative Strukturierungs- bzw. Relationierungsleistungen ermöglichen. Ausgehend von der aktuellen geistes- und sozialwissenschaftlichen Infrastrukturforschung können somit nicht nur einzelne Grenzobjekte und konkordante Grenzpraktiken in den Blick genommen, sondern auch die meist unbewussten, übersituativen, häufig unsichtbaren und standardisierten Relationen von Grenzarbeitsprozessen analysiert werden.

Im Rahmen des Projektes dient das Konzept der Infrastruktur als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung in drei unterscheidbaren, sich gleichermaßen überlagernden Forschungslinien: 1) Komplexität von Grenzen, 2) Infrastrukturen der Grenze, 3) Umstrittenheit der Grenze