Zukunftskonzept: Umstrittenheit der Grenze

Im Rahmen der dritten Forschungslinie strukturiert der Infrastrukturbegriff die weiterführende Debatte um die inkludierenden und exkludierenden Effekte zeitgenössischer Grenzarbeit. Gerade im Kontext der gegenwärtigen Umstrittenheit räumlicher wie auch sozialer, symbolischer und temporaler Differenzierungen in der vermeintlich postnational-entterritorialisierten, kulturell heterogenen und polychronen Welt erhalten die Wirkungen vielfältiger Grenzziehungen eine erhöhte Aufmerksamkeit. Im Kontext sich intensivierender globaler Migrationsströme ebenso wie in der damit einhergehenden Erosion traditioneller Inklusions- und Exklusionsmuster und der Ausdifferenzierung von Ungleichzeitigkeiten gelangen Grenzen auf eindringliche Weise auf den Prüfstand. Beobachtbar wird eine solche „Umstrittenheit von Grenzen“ anhand ihrer Infrastrukturen – der Verstärkung von Zäunen, der Verweigerung schulischer Ausbildungsprogramme oder divergierenden Rechtfertigungssystemen. Die Aufgabe der dritten Forschungslinie ist es, einen analytischen Rahmen für die Bestimmungen der vielfältigen Wirkungen von Grenzziehungen zu entwickeln.