Zwang & Autonomie in der Arbeit  

 

In westlichen liberalen Gesellschaften dient Arbeit vielfach der Identitätsbildung, Statuszuweisung sowie als Quelle von Selbstverwirklichung. Dennoch gilt selbst in den reichsten Teilen der Welt, dass Arbeit untrennbar mit schweren Verstößen gegen grundlegende Arbeits- und Menschenrechte verbunden bleibt. Diesem Spannungsverhältnis zwischen einschränkenden und ermöglichenden Potentialen, die dem Arbeitsverhältnis scheinbar inhärent sind, nimmt sich das multidisziplinäre Teilprojekt „Zwang & Autonomie in der Arbeit“ an.

Mit dem Anspruch, eine holistische und geschichtsbewusste Perspektive auf Umbrüche und Veränderungen in der Arbeitsbeziehung zu werfen, verbindet und verschränkt das Vorhaben arbeitsrechtliche, soziologische, organisationswissenschaftliche sowie historische Ansätze. Dieser Rahmen hat damit zum Ziel, unterschiedliche Forschungszusammenhänge an der Viadrina, die sich mit Fragen der Zukunft und Vergangenheit von Arbeit in der Globalisierung befassen, zusammenzuführen und weiterzuentwickeln.

Voraussetzung wird dafür eine gemeinsame terminologische Grundlage sein: indem die in allen beteiligten Disziplinen anschlussfähigen Schlüsselbegriffe Zwang & Autonomie ihrer staats- und rechtsphilosophischen Fundierung enthoben werden, soll ein konzeptioneller Rahmen erarbeitet werden, der über Machtungleichgewichte und -strukturen akzentuierende Ansätze hinausgeht und der normativen Rechtswissenschaft Möglichkeiten bietet, sich von poststrukturalistischen und subjektivistischen Ansätzen „irritieren“ zu lassen.

 

[Please click here for English version.]