Bosnien-Herzegowina / Kroatien

Das Untersuchungsgebiet verläuft entlang der südwestlichen Grenzlinie Bosniens mit Kroatien, von der Una-Linie bis zum Neretva-Delta. Zu jugoslawischer Zeit verliefen zwei bedeutende Bahnverkehrsachsen über die seinerzeit innerstaatlichen Grenzen: zum Einen liefen die Hauptverkehre aus Richtung Zagreb an die dalmatinische Küste über die sogenannte Una-Bahn Novi Grad-Bihać-Knin, die im Krieg stark zerstört wurde und aktuell keinrlei grenzüberschreitenden Verkehr aufweist.
Die andere Hauptmagistrale
gehört zum paneuropäischen Korridor V C Budapest-Osijek-Sarajevo-Mostar-Ploče, der für die bilateralen Beziehungen zwischen Bosnien und Kroatien eine hohe Relevanz besitzt, da er die Verbindung zwischen den beiden Hauptstädten und für Kroatien eine Transitverbindung zum bedeutenden Adriahafen Ploče herstellt. Der Bau der normalspurigen Strecke in den 1960er Jahren, als zeitgleich das Aus für die meisten in bosnischer Spurweite ausgeführten Schmalspurbahnen in der Region beschlossen wurde, zeugt von einer großen Relevanz der Verbindung im Güter- und Personenverkehr zu jugoslawischer Zeit. Auch im Rahmen der europäischen Verkehrspolitik wird diesem Kernnetzkorridor eine große Bedeutung beigemessen. Trotz in den letzten Jahren vorgenommenen Erneuerungen an der Infrastruktur und Investitionen in modernes Rollmaterial existiert auf diesem derzeit nur ein bosnischer Inselbetrieb.
Im Gegensatz zur existierenden Eisenbahninfrastruktur wurde die lange geplante Autobahntrasse bisher nur in kleineren Teilabschnitten realisiert. Der im ÖV dominierende Busverkehr verläuft größtenteils über vielfach nicht dem europäischen Standard entsprechende, sehr kurvenreiche Staatsstraßen.